Kochen mit Wildkräutern

Nach einem langen und dunklen Winter, sprießt im Frühling das Leben wieder in Hülle und Fülle. Der Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Alles wird erneuert. Die Vögel kommen zurück, zwitschern in den Bäumen und es wird grün. Die Tage werden länger, es wird heller und wir kehren nach draussen zurück. Endlich. Die Kinder laufen barfuß, so oft e s geht und klettern in den Bäumen herum. Sobald es wärmer wird und die Sonne scheint, erwacht meine innere Gärtnerin.
Mit ungeahnter Energie jäte ich Unkraut, schneide Stauen und Zweige ab und bringe den Garten auf Vordermann. Ich säe Radieschen und Karotten, pflanze Kohlrabi und Salat und ziehe Gurken und Zuchini auf der Fensterbank. Ich freue mich wie ein Kind über jeden Regenwurm in meinem Garten, denn als ich den Garten angelegt habe, war der Boden tot. Jetzt sprießt überall das Leben und die Erde wimmelt nur so vor Regenwürmern. Ein gutes Zeichen dafür, dass sich mein Garten in ein gutes Ökosystem entwickelt.

Ich mag den Gedanken, dass die Natur uns immer mit genau dem versorgt, was wir zur jeweiligen Jahreszeit brauchen und koche deshalb gerne mit saisonalen Zutaten. Allerdings gibt der Garten und der Acker im Frühling noch nicht viel her. Aber es gibt frisches, vitalstoffreiches Grün in Hülle und Fülle, wenn man weiß wo und wie. Es ist die Zeit der Wildkräuter: Löwenzahn, Giersch, junge Brennesseln, Knoblauchsrauke und Sauerampfer , um nur einige zu nennen.Der Frühling ist die beste Zeit, um sich an das Kochen mit Wildkräutern heran zu trauen. Es ist ungewohnt, zugegeben. Aber es lohnt sich, diese Scheu zu überwinden.

 

 

Mit Supermärkten an jeder Ecke, haben wir verlernt, die Gaben der Natur zu nutzen. Dabei haben uns die Wildkräuter so viel zu bieten. Sie sind um eine Vielfaches vital- und nährstoffreicher als kultiviertes Gemüse. Als absolute Superfoods, versorgen sie uns mit einem bis zu zehnfach höhren Gehalt an Vitaminen und Mineralien als vergleichbares Gemüse. Extra dafür gemacht, unsere leeren Tanks nach dem Winter randvoll zu machen, mit dem Besten was Mutter Natur zu bieten hat. Liebe in Aktion.
Ich finde, es lässt sich vortrefflich mit Ihnen kochen. Der Geschmack von Giersch hat mich richtiggehend begeistert. So würzig und frisch. Kaum zu glauben, dass er als "Unkraut" von vielen so gnadelos gekämpft wird. Aber auch die Brennessel schmeckt lecker. Ich habe sie als Zutat für eine schöne Quiche verwendet, mit glutenfreiem Boden aus Vollkornreismehl. Mit Zwiebeln in der Pfanne geschmort, mit etwas Muskat verfeinert, ergibt sich eine herzhafte und  würzige Füllung. Luisa hat sie geschmeckt. Joan ist gerade ziemlich wählerisch, aber die Sauerampfersuppe hat auch er gegessen.

 

 

 

Ihr Geschmack ist tiefgründig und facettenreich, mit ungewohnten Geschmacksnoten. Löwenzahn zum Beispiel schmeckt ein wenig bitter. Wertvolle Bitterstoffe. Aus den meisten Gemüsen werden sie systematisch herausgezüchtet. Was für mich wieder einmal ein menschliches Einmischen in die Angelegenheiten der Natur darstellt, denn es stellt sich heraus, dass Bitterstoffe dazu beitragen können, dass unsere Verdauung optimal funktioniert. Wir brauchen Bitterstoffe hier und da. Sie sind wichtig.  Die Natur ist genial und meint es gut mit uns. Viele Lebensmittelhersteller und Agrarkonzerne nicht. An dieser Stelle ein von Herzen kommendes Dankeschön an Demeter, dass sie das Wesentliche verstanden haben und das Arbeiten mit der Natur zum Prinzip gemacht haben.

Also esst und genießt Löwenzahn, Giersch und Co. Übrigens :Löwenzahn ist nicht nur bitter. Seine Blüten schmecken zartsüß und herrlich nach Sonnne. In der Kombination süß und bitter ergeben die beiden Geschmacksrichtungen einen wunderbaren Salat.

 

 

 

Löwenzahn Giersch Salat mit gerösteten Haselnüssen
Zeit: 20 min
Utensilien: Salatschleuder, Pfanne, Salatschüsel 
Grundzutaten: Apfelessig, Öl , Ahornsirup, Meersalz

Zutaten für 4 Personen:
300g Löwenzahn
300g Giersch
1 Handvoll Haselnüsse
einige Löwenzahnblüten

Zubereitung:
1. Löwenzahn und Giersch waschen und trocken schleudern.
2. Haselnüsse in der Pfanne anrösten, bis sie duften. Anschließend klein hacken
3. Aus 4 EL Apfelesssig, 2 EL Olivenöl, 2 TL Ahornsirup und 1/2 TL Meersalz ein Dressing anrühren

     und anrichten

Giersch und Löwenzahn eignen sich auch gut als Zutat für grüne Smoothies. Sauerampfer allerdings hat einen sehr hohen Gehalt an Oxalsäure. Ihn würde ich nur sehr sparsam für grünen Smoothie verwenden. Ich mixe ihn lieber in eine grüne, säuerliche Suppe hinein. Weil ich ihn mitkoche, gebe ich vor dem Pürieren noch eine gute Handvoll frischen Spinat dazu, damit die Suppe eine schöne grüne Farbe bekommt.

Sauerampfer Suppe
Zeit: 30min
Utensilien: Schneidebrett plus Messer, mittelgroßer Topf
Grundzutaten: Salz&Pfeffer


Zutaten für 4 Personen:

1 Bd. Sauerampfer (ca.300g)

1 Handvoll junger Spinat
600g mehlig kochende Kartoffeln
2 Zehen Knoblauch
1 Becher Sahne
Salz&Pfeffer
1 ltr. Gemüsebrühe

Zubereitung:

1.Kartoffeln in ca. 3cm große Würfel schneiden
2. Ghee im Topf erhitzen und die Kartoffelwürfel anrösten
3. Mit Gemüsebrühe ablöschen
4. Sauerampfer etwas klein schneiden zur Brühe geben und mitkochen
6. Knoblauch schälen, fein schneiden und ebenfalls zugeben
7. Salzen und Pfeffern nach Geschmack
7. Kurz vor dem Pürieren Spinat zugeben und  anschließend Sahne unterziehen

Glutenfreie Brennessel Quiche
Zeit: 60 min. plus 60min. Kühlzeit für den Teig
Utensilien: Rührschüssel(groß und klein), Schneebesen, Schneidebrett plus Messer, Pfanne, Quicheform, Backpapier; Handschuhe
Grundzutaten:Salz&Pfeffer

Zutaten für 4 Personen
Mürbteig
200g Vollkornreismehl
100g Butter (aus dem Kühlschrank)

ca. 75 ml kaltes Wasser
Füllung
1 Bd. Brennesseln (ca. 300g)

1 Zwiebel
3 Eier (aus dem Kühlschrank)
150 g würziger Bergkäse
1 Becher Sahne
Muskat
Salz&Pfeffer

Zubereitung:
Mürbteig
1. Mehl mit 1/2 TL Salz mischen
2. Butter in Stücke schneiden
3. Mehl mit Butter und Wasser rasch zu einem Mürbteig verkneten und in Klarsichtfolie gewickelt
   mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben.

Den Backofen auf 200° vorheizen

Füllung
1. Handschuhe überstreifen; Brennesseln waschen und trockenschleudern; Blätter von den Stielen
    streifen 
2. Zwiebel schälen und fein würfeln
3. Zwiebeln in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten, Brennesseln zugeben und
    zusammenfallen lassen
4. Mit Salz&Pfeffer sowie Muskat abschmecken
5. Bergkäse reiben
6. Ei mit Sahne verrühren, die Hälfte des Käse zugeben und mit etwas Muskat und Salz würzen

Vor dem Füllen den Teig in die Form geben und etwa 20 min vorbacken. Anschließend die Brennesselmischung einfüllen und mit Ei/Käse Mischung auffüllen. Mit Käse und Brennessel Blättern garnieren und im Ofen für weitere 20 min. backen bis der Käse schön bräunt.

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Kommentare: 8
  • #1

    Cecile (Mittwoch, 04 Mai 2016 21:38)

    Sieht toll aus!! Bravo!!

  • #2

    Heinz (Montag, 09 Mai 2016 09:33)

    Das sind ja tolle Ideen, was man alles aus Wildkräutern zaubern kann.
    Das macht mir richtig Lust weiteres mit Wildkräutern auszuprobieren.
    Ich Presse Wildkräuter immer mit einer Saftpresse aus und friere den Saft ein.
    So habe ich immer eine hervorragende Grundlage für Grüne Smoothies.
    So ein Smoothie gibt mir Vitalität für den ganzen Tag.

  • #3

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